Die Tage, die Dinge

Renato muss sich von Irene verabschieden und lernt Edith kennen. Lisa hat eine Affäre mit Marc und verliebt sich in einen Unbekannten. Cliff hat es aus den USA nach Luxemburg verschlagen, wo er zum Fußballidol mutiert. Und dann sind da noch Colette, Marianne, Lynn, Daniel und Rita …

Abwechselnd lässt Linda Graf ihre Protagonisten in acht kurzen Episoden auftreten und unterstreicht so auch formal, wie im Leben alles miteinander verwoben ist und sich gegenseitig beeinflusst: Unverhoffte Begegnungen, unerwiderte Gefühle, unvermeidbare Unfälle – mit präzisen Strichen zeichnet die Autorin feinfühlige Porträts von Menschen zwischen Freude und Frust, zwischen Hoffnung und Hölle. Interagierende Geschichten aus dem Hier und Jetzt als Abbild eines komplexen Beziehungsgeflechts.

In „Die Tage, die Dinge“ erweist sich Linda Graf einmal mehr als Meisterin des menschlich Zwischenmenschlichen. Vorgestellt wurde das Buch im Escher Theater. Fotoeindrücke von René Scho.

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DIE TAGE, DIE DINGE

Zwischen Hoffnung und Zorn, zwischen Versöhnung und Liebe suchen die Protagonisten dieses Buchs nach Wegen, ihr Leben zu meistern. Unerfüllte Sehnsüchte, tiefe Überzeugungen und persönliche Eigenarten provozieren bei diesem Streben unweigerlich quälende Misstöne und ungewollte Verstrickungen. Linda Grafs Figuren scheinen zum
Scheitern verurteilt, bis sie in den alltäglichen Ereignissen die kleinen Wunder erkennen, die das Leben doch zu etwas Besonderem machen. Ein Buch voller Empathie, Apathie, Sympathie, in dem die Autorin die Rolle der griechischen Schicksalsgöttinnen Klotho, Lachesis und Atropos übernimmt: Diesen Moiren gleich entwirft sie eine Beziehungslandschaft wie aus dem echten Leben. Linda Graf interessieren die Menschen in all ihren Widersprüchen: Ob sie ihre Beziehungen zueinander nur skizzenhaft umreißt oder ihre Verbindungen untereinander schonungslos offenlegt, stets geht sie auf die Komplexität der „Conditio humana“ ein – kurios, konfus, kongenial.

Kremart-Kanephora

„Die Tage, die Dinge“ von Linda Graf ist die zweite Veröffentlichung in der Reihe „Kremart Kanephora“, der neuen Bibliothek von Kremart Edition. Den Auftakt machte Jean Back mit „Zalto mortale“.

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LINDA GRAF

Die Autorin wurde 1967 in Düdelingen geboren. Von 1989 bis 2013 arbeitete sie als Lehrerin in Weiler-la-Tour in Luxemburg, dann zog es sie nach Griechenland, wo sie seither am Ionischen Meer im Westen des Landes lebt … und schreibt! Bisher erschienen von Linda Graf der Kurzgeschichten-Band „Besoffen von der Einfachheit“ (2000, Op der Lay) sowie die drei Romane „Maximilians Schlaf“, (2003, Éditions Phi), „Nach dem Regen“ (2008, Éditions Saint-Paul) und „Drei Pinien Motel“ (2010, Éditions Saint-Paul).

Für die in Athen herausgegebene Griechenland-Zeitung und für Kulturissimo, die Kultur-Beilage des Tageblatt, schreibt Linda Graf regelmäßig Anekdoten aus dem Alltag der Menschen am Ionischen Meer, einer vom Tourismus weniger erschlossenen Gegend in Hellas’ Westen – Titel: Briefe aus Griechenland (Γραμμα απο την Ελλαδα), Motto: Geschichten aus dem Leben.

Linda Graf
Die Tage, die Dinge
Kremart Kanephora by Kremart Edition
ISBN 978-99959-39-42-7
200 Seiten, 19,95 Euro